protagonisten
Die Dramatiker sind die Stars, keine Frage. Wir entdecken daneben noch andere Protagonisten.
Christa und Bernhard Fluck sind Stammgäste bei den Mülheimer Theatertagen – und die tollsten Zuschauer, die sich ein Theater wünschen kann
Theaterfanatiker im besten Sinne
von Dorothea Marcus
Wenn alle wären wie sie, hätte das Theaterland Deutschland wohl doppelt so viele Theater. Es ist schwer, die beiden heute Abend zu erwischen, denn sie diskutiert mit Kristo Šagor noch über sein Inszenierungskonzept des offenen Wohnzimmers, und er versichert Philipp Löhle gerade, dass sein Stück keineswegs so schlecht war, wie es in der Diskussion beim Mülheimer Publikum weggekommen ist.
Eine Stadt voller Protagonisten
Mülheim ist Theaterstadt! Das meint nicht nur die Oberbürgermeisterin. Also eine Stadt voller Protagonisten? Wir entdecken das Rauchen der angepunkten Jugend als theatrale Geste und haben für den ruhrpod 1 bei den Mülheimern selbst nachgefragt, wie sie's eigentlich mit dem Theater halten. Im zweiten ruhrpod fahren wir mit Herrn Christoph, dem Bühnenmeister der Mülheimer Stadthalle, Hauptschauplatz der 33. Mülheimer Theatertage, mit dem Fahrstuhl auf die Bühne, wo in ruhrpod 5 nach den "Lieblingsmenschen" das ganze Techniker-Ensemble auf den Plan tritt. Aber klar, auch der Fluß, die Ruhr, spielt mit seinen einladend grünen Rändern eine Hauptrolle in dieser Stadt voller Brüche.
Für die Schauspielerin Katja Bürkle, die Liv Ullmann in René Polleschs "Liebe ist kälter als das Kapital", sind Ohrfeigen absolute Liebeserklärungen
"Ich muss es einfach nur tun"
Interview: Jan Oberländer und Anne Peter
Katja Bürkle, wie fühlen sich Bühnenohrfeigen bei René Pollesch an?
Im Grunde wie alle anderen Bühnenohrfeigen. Es ist wohl dennoch ein absolutes Novum, dass bei einer Pollesch-Inszenierung Schauspieler auf offener Bühne "geschlagen" werden. Die Härte der Ohrfeigen ist jedenfalls für uns ein guter Indikator, was das Zusammenspiel betrifft und ob wir gemeinsam unterwegs sind oder sich jeder alleine durch den Abend kämpft. Im Grunde ist aber jede gegebene Ohrfeige eine absolute Liebeserklärung an den Kollegen.
Gerhard Jörder – Ein Porträt des Theaterjournalisten, der zum sechsten Mal die Publikumsgespräche moderiert
Die Lufthoheit
von Petra Kohse
I.
Den Theaterkritiker Gerhard Jörder kann man für einen glücklichen Menschen halten. Freundlich steht er bei Premieren im Foyer und blickt mit ehrlicher Neugier über die tief sitzende Lesebrille hinweg in die Menge. Die meisten seiner Kollegen gucken in dieser Situation geschäftig ins Leere, weil sie sich nie sicher sind, wen sie grüßen sollen und von wem sie gegrüßt werden wollen.












