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Auf der Duisburger Straße

Radweg zum Theater an der Ruhr. Die Duisburger Straße lang, noch ein Mal vor der Abreise. Augen auf, Bilder sammeln. Ein Mann mit Rock steht an der Ampel und singt leidenschaftlich und tief. Er trägt Lippenstift. Den Berg hoch, an der Wurstbude vorbei. Eine Kreidetafel: "Mhh, lecker Pommes". Die Duisburger Straße entlang. Rechts ein ausgebranntes Industriegebäude, daran ein weißer Pfeil und Blockbuchstaben: "Hier schellen". Auf der anderen Straßenseite die Pizzeria "La Pasta". Ein "Lädchen" für "Werbetrucks & Geschenkartikel". Steilkurve nach schräg unten, ein Hohlweg aus Beton, dann wieder hoch ins Licht. Mülheim-Speldorf. Eine Kneipe, "Treff netter Leute". Ein Mann geht rein. Die Stadt funktioniert über Schilder, über Schrift. "Lattenknaller Teamsport". "Schmierwaren Betriebs GmbH". "Kompetenz in Sachen". Danke, das ist für mich. Weiterradeln. "Hardy’s Zubehör World". Die Pferderennbahn. Ich trete in die Pedalen. Rot auf weiß: "Reiten, Fahren, Western". An der Straßenbahnstation Raffelberg rechts ab, den Berg runter in Richtung Theater. Ich fahre schnell, ich klingele, richtig laut, einfach so. An der Bushaltestelle ein Mädchen unter Kopfhörern. Sie singt, guckt, dann singt sie weiter. Der letzte Abend. Auf dem Rückweg, nachts, liegt ein einzelner Stuhl auf dem Bürgersteig. In der Nacht zuvor waren es zwei gewesen.
Jan Oberländer, 12:35 Uhr
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