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It's magic!

Plüschkaninchen und Kartentricks auf dem "Stücke"-Fest im Theater an der Ruhr! Das Publikum im Gartenzelt ist schon beim ersten Zwischenapplaus so dermaßen dabei, dass im Takt geklatscht wird. Zauberer Markus Zink ist allerdings kein stabschwingender Spitzbart-und-Zylinder-Beau. Er ist eher ein Typ, der sich ein Theatermesser ins Auge haut, oder eine Plastikaxt in den wirrhaarigen Kopf, um grimassierend auszustellen, was es für Dooftricks gibt in der Illusionistenszene. Und während das Publikum noch über sein Gehampel lacht, pflückt Zink dann einfach mal zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht Tischtennisbälle aus der dünnen Luft. Wohlgemerkt: nur mit Socken und einem riesigen grünen Brillengestell bekleidet. Da guckst du. Der Mann kann nämlich wirklich zaubern, ich erfahre das am eigenen Leib, als er mir einen Zettel in die Hand drückt, auf dem die Zauberformel steht, die mich ganz wundersam verwandelt. Zuerst aber sagt Zink die nächste Nummer an: Eine Zuschauerin muss mit grünem Edding auf einer Spielkarte unterschreiben, dann wird das Blatt gemischt und Zink hält drei Finger hoch. Mein Zeichen. "Ich bin Arnold Schwarzenegger!" rufe ich, das ist die Formel. Ja, toll, bitte mal aufstehen. Bitte mal zusammen mit einem Mitverwandelten, der resigniert etwas von Jeden-Tag-ins-Fitnesstudio piepst, ein mit algigem Brackwasser gefülltes Aquarium auf die Bühne heben. Dieses jetzt bitte mal mit diabolischem Grinsen präsentieren. Warum eigentlich diabolisch? Weil die Brühe wirklich ziemlich ungesund aussieht? Als festgefrorene gute Miene zum teuflischen Spiel? Ich fletsche die Zähne. Zink grinst, Zink schwitzt, Zauberei ist anstrengend, er holt ein Deospray raus, mein Bac, pft, dein Bac, pft, jetzt riechen wir alle nach herbem Mann. Und dann geht’s los, das Kartenspiel fliegt ins Wasser, der Meister setzt die Taucherbrille auf. Er werde jetzt, verkündet Zink, die unterschriebene Karte aus dem Trüben fischen. Mit dem Mund! Bloß könne er leider keinen Handstand. Also darf ich zusammen mit Freund Fitness den sehnigen Magier an den Beinen fassen und kopfüber ins Becken stecken. Das klappt auch, jedenfalls beim zweiten Versuch, als Zink sich nicht mehr ganz so schwer macht. Prustend taucht er wieder auf, stellt sich auf die Füße und klaubt ein ziemlich zerkaut aussehendes Stück Karton aus seinem Mund. Eine durchweichte Spielkarte, Karodame, komplett mit grüner Unterschrift, ich kann das ganz genau sehen. Danke, Applaus. Später, beim Rausgehen, fragt ein Junge nach einem Autogramm. Ich ziere mich, aber er insistiert. Ich unterschreibe auf seinem Arm, mit Kuli. "Auf dem anderen auch!". Ich unterschreibe nochmal. Der Junge strahlt seinen kleinen Bruder an: "Ich hab ein Autogramm von Arnold Schwarzenegger!" Und ich wundere mich, was ein paar Zauberworte und ein bisschen Zauberspray aus mir gemacht haben. Auf dem Weg zurück ins Theater rüttele ich, als keiner guckt, an einem Baum.

Jan Oberländer, 12:42 Uhr

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