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Glühbirnenhimmel

Die Metapher könnte kaum höher hängen. "Heaven". Himmel. In Armin Petras Inszenierung ist es ein Glühbirnenhimmel. Elektrische Sterne zum An- und Ausknipsen. In einem Drahtgeflecht, das einen kleinen Teil der linken Bühnenseite beschirmt, Schnürbodengeburt. Sie sind dort hinmontiert und leuchten nur, wenn ein Techniker auf einen Knopf drückt. Utopie als Menschenmachwerk.
Simone sagt: "ich weiß gar nicht wie das geht mit dem beten / ich stelle mir einfach den himmel vor n schluck martini und dann geht’s los / himmel himmel kannst du mich hören". Fritzi Haberlandt sitzt auf einem Lautsprecher, legt den Kopf in den Nacken und fragt inbrünstig in die Lämpchen, die nicht leuchten wollen: "himmel was soll ich tun"? Der Himmel schweigt und bleibt dunkel.
Es ist Robert, der Simone auf- und hinaufhelfen muss, dass sie ihm näher rücke. Er ist bereit, all seine Pfandflaschen, Pfand auch seiner ganzen Zukunft und Pläne, herzugeben, damit Simone, die Vogelstimmenliebhaberin, fliegen kann, durch den Himmel über den Atlantik nach Amerika. Zu ihrem Anders, der all ihr Himmel ist. Einen Sack nach dem anderen, gefüllt mit den Plastikflaschen, schleppt er herbei und baut für Simone die wackelige Himmelsleiter. "Mensch, Robert! – Mehr!"
Während sie sich kurz zuvor noch mit einem Sprung auf den Flaschensack vom Häuserblockklotz zu Tode stürzen wollte, klettert sie jetzt auf ihm empor, strahlt ihre kindliche Freude übers ganze Gesicht und reckt die Hände hoch gen Bühnenbild-Sterne. Sie greift nach ihren Sternen, die Anders heißen und Amerika. Mit lachend leuchtender Stimme: "Anders, ich komm jetzt!" Weiter geht der Himmel für Simone nicht. Unerreichbar genug.
Gern würde sie mit Anders das Spiel spielen, von dem Helga erzählt: "wir tanzten und spielten dass wir sterne seien sterne am himmel des anderen". Jene frühen Sterne sind lange schon verglüht für Helga und Königsforst. Er findet neues Licht für kurze Zeit: Simone. Sternschnuppe, die nur kurz überstrahlt, was er längst weiß. "Ich habe keinen Himmel mehr über mir es gibt nur noch / einen leeren Raum / und ich bin nicht geboren sondern / ausgeliefert".

Anne Peter, 18:11 Uhr

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Wo bleibt das Photo des Tages? Ich bin für mehr Bilder!

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