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Wände

In Heaven steht ein weißer Kasten auf der Bühne. Auf seinen Wänden sieht man Plattenbauten aus Ruinen auferstehen und wieder zu Ruinen werden, schwirren Video-Raben durch rotweißes Blitzen, klaffen tote Fenster unter schnellen Wolken. Die Wand, an ihr spielt sich das Drama ab. Simone kriecht aus ihrem Kindheitskellerloch, ein rotes Spielzeugauto an der Schnur, die Feuerwehr, die Rettung, bloß fährt sie ihre Leiter niemals aus. In Richtung Lichterkettenhimmel steigt sie hoch auf Roberts Plastikflaschenturm. Der schwimmt im Leergut, im Trotzdem, in tausend Möglichkeiten. Simone, guck doch mal, und sei nicht traurig, da ist immer noch genug Pfand auf den Flaschen. Simone guckt nicht, auch wenn dann Robert glücklich wäre. Auch ihr Bruder guckt nie, klebt sternlos fest, die Arme auf den Knien, ein Bier, Braunglas, acht Cent, mit weißer Wand im Rücken und nichts vor. Ihn frisst der Rabe Anders, schmeißt ihn, schmiert ihn blutig an die Wand. Anders, der Mann mit zwei Gesichtern, Nacht- und Tagsgespenst. Eines geschwärzt, verschmiert, das andere euphorisch, groß nach oben weg, ein Architekt, der Glasziegel verbaut, da kommt die Sonne durch. Nur kommt sie niemals an: Den Schluss deckt eine dunkle Plastikplane zu, und auch die Wand, an der sich nichts mehr zeigt.
Jan Oberländer, 22:55 Uhr
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