dramatiker

Wir haben verschiedene Dramatiker befragt oder eingeladen, für uns zu schreiben – Dichterisches und Denkwürdiges.

24. Mai 2008. Dea Lohers "Das letzte Feuer" beschließt in der Inszenierung von Andreas Kriegenburg den Mülheimer Wettbewerb. In seiner Stückkritik hört Dirk Pilz die Dramatikerin den großen Zusammenhang befragen, beim Lesen ihrer Werke verfiel er in die "allem endlichen Leben anklebende Traurigkeit". Loher selbst wünscht sich von einem guten Drama, dass es "ihn weiterdenkende Erregung auslöst".

23. Mai 2008. Im Mülheimer Ringlokschuppen kommt Theresia Walsers Schnellzug aus "Morgen in Katar" zum Stehen. In ihrem Wettbewerbsbeitrag entdeckt sie den Großraumwagen eines ICE als dramatischen Raum, der für eine Gruppe bunt zusammengewürfelter Menschen plötzlich zum Gefängnis wird. Wolfgang Behrens hat sich die Choreographie der Wartenden in seiner Stückkritik genauer angesehen und lauscht in seinem Porträt der Sprachmusik Theresia Walser nach. Im E-Mail-Interview erzählt die Dramatikerin, dass der Kormoran aus dem Stück eigentlich aus Mülheim kommt.

21. Mai 2008.
In Philipp Löhles "Genannt Gospodin" versucht einer, "unabhängig von jeder Arbeitsmühle angenehm antikapitalistisch" zu überleben. Wie er das anstellt, kann man in der Bochumer Inszenierung von Kristo Šagor sehen. Andreas Jüttner liest dessen Text in seiner Stückkritik als "Komödie eines Aussteigers" und hat Philipp Löhle für uns portätiert. Für den ist ein gutes Drama eines, das "dir aus der Seele spricht, ohne dass du wusstest, dass du darüber überhaupt reden willst".

16. Mai 2008.
Ewald Palmetshofers abgründiges Ganz-und-gar-nicht-nur-Familiendrama "hamlet ist tot. keine schwerkraft" gastiert im Theater an der Ruhr. Darin ist der Himmel eine Maschine. Mülheim hingegen sei "Fußball und nicht Drama", vermutet Palmetshofer. Andreas Klaeui, der den Dramatiker für uns porträtierte, hat ihn oft das Wort "radikal" sagen hören und beschreibt in seiner Stückkritik dessen Schwerkraft-Sprache. Einen Trailer zur Wiener Inszenierung von Felicitas Brucker gibt es hier zu sehen.

13. Mai 2008.
Mehr noch als Felicia Zeller gilt Kathrin Röggla als Alltagssprachenablauscherin. "mich interessiert ein theater, das mit authentizität spielt und ihr mit höchster künstlichkeit begegnet", schreibt die 2006 mit "draußen tobt die dunkelziffer" nach Mülheim eingeladene Autorin in einem Originalbeitrag für uns. Dem Mainstream-orientierten "tütentheater" begegnet sie mit großer Skepsis und plädiert vehement für mehr "ästhetisches denken von sprache auf der bühne".

13. Mai 2008.
Felicia Zeller, die in "Kaspar Häuser Meer" drei Sozialarbeiterinnen beim heillosen Überfordert-Sein zusieht, möchte ihre Stücke an einer "fiesen Kante zum Realismus" ansiedeln. Shirin Sojitrawalla hat die Notizensammlerin porträtiert und hört in ihrem Stück die Worte vor der Welt kapitulieren.

11. Mai 2008.
Simone Kaempf hat Laura de Weck, die schreibende Schauspielerin bzw. schauspielende Schreiberin, bereits im April in der Kantine des Hamburger Schauspielhauses getroffen und entdeckt in deren erstem Stück "Lieblingsmenschen" die Abgründe zwischen den Zeilen. Die Autorin hat uns außerdem verraten, welches darin ihre Lieblingsreplik ist.

9. Mai 2008.
Theater als Text- und Themenmixmaschine, als Jetztzeitsurfsitzung mit 17 offenen Browserfenstern, als "Mashup-Pop" – der Dramatiker Jörg Albrecht fordert eine Angleichung des Theaters an veränderte Wahrnehmungsweisen. Und imaginiert einen vernetzten Betrieb, der weniger von Besetzungpolitik als von Bandstrukturen geprägt ist. Um Gemeinsames entstehen zu lassen, um ein Gegenprogramm zu entwickeln, um das zu verteilen, "was da ist: Info, Theater, Gefühle".

7. Mai 2008.
René Polleschs "Liebe ist kälter als das Kapital", ein Stück über die spätestens jetzt berühmteste Ohrfeigenszene der Filmgeschichte, feierte seine Mülheim-Premiere. Uns hat der Regisseur erklärt, warum niemand den Titel seines Stücks lesen kann. Für die Pollesch-Schauspielerin Katja Bürkle ist eine Backpfeife die "absolute Liebeserklärung".

6. Mai 2008.
"Ich bin Autor!" – "Echt? Toll!" Aber nur auf den ersten Blick. Der Dramatiker Claudius Lünstedt liest dem Theaterbetrieb die Leviten und sagt, wie man sich als Jungdramatiker davor schützen kann, am Ende der Gelackmeierte zu sein.

5. Mai 2008.
Rimini-Protokoll, die zweite. Helgard Haug und Daniel Wetzel haben das "Stücke"-Festival mit einer Figuren-Echtmensch-Gegenüberstellung eröffnet, die die Ebenen von Rollenspiel und Authentizität verschränkt. Passend dazu sagen sie in Folge zwei des nachtkritik-Interviews: Unsere Dokumentarstücke können mit Schauspielern nachinszeniert werden.

4. Mai 2008.
Die Vergabe des Mülheimer Dramatikerpreises an Rimini Protokoll und ihre Marx-Montage Das Kapital löste vor einem Jahr in den Feuilletons eine heftige Debatte über Autorschaft und die Verfasstheit des Dramas aus. Aber was meinen die Preisträger eigentlich selbst? Wir haben den vermeintlichen Nicht-Dramatikern Helgard Haug und Daniel Wetzel von Rimini Protokoll noch einmal die Frage gestellt, was so ein Drama eigentlich ist – und sie damit so lange genervt, bis das Interview derart umfangreich wurde, dass wir es in zwei Folgen veröffentlichen. Lesen Sie hier: Folge eins.

4. Mai 2008.
Den Phantom-Autor Fritz Kater, der mit Heaven (zu tristan) den Wettbewerb eröffnete, hat Christian Rakow für sein Porträt zwischen Tür und Angel selbstredend wieder einmal nicht erwischt. Unsere sechs E-mail-Fragen hat Kater wundersamerweise trotzdem beantwortet und uns unter anderem verraten, wovon bei ihm ein Drama mit dem Titel "Mülheim" handeln würde...

3. Mai 2008.
2002 und 2004 erhielt sie den Mülheimer Dramatikerpreis. Im letzten Jahr hätte sie ihn mit ihrer schillernden RAF-Textfläche Ulrike Maria Stuart beinahe zum dritten Mal gewonnen. Ihre Stücke sind Stammgäste an der Ruhr. Doch meistens mussten die Texte ohne ihre Autorin anreisen. Hier erzählt Elfriede Jelinek von den wirren Schilderungen, die diese dann aus Mülheim mit zurückbringen.

1. Mai 2008.
Alle Dramatiker, die in diesem Jahr für den Preis nominiert sind, stellen wir in unseren Dossiers vor. Dort finden Sie Stückkritiken, Autorenportäts, Kritikenrundschauen, Inszenierungsfotos und -trailer. Lesen Sie mehr zu Fritz Kater, Dea Loher, Philipp Löhle, Ewald Palmetshofer, René Pollesch, Theresia Walser, Laura de Weck und Felicia Zeller.

   

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tütentheater

von Kathrin Röggla

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Mikro-Heroen
oder: immer noch nicht genug vom Bastard Pop

von Jörg Albrecht

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Und – was machst du so?

von Claudius Lünstedt

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Ihr Mülheim-Siegerstück "Das Kapital" liegt als Verlagsfassung vor – nun sagen Rimini Protokoll: Bühne frei für Neuinszenierungen!

Risiko und Aufbruch

E-Mail-Interview: Jan Oberländer und Anne Peter

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Helgard Haug und Daniel Wetzel von Rimini Protokoll haben keine Lust, das Drama auf den Punkt zu bringen. Auch gut!

"Warum googeln Sie nicht ein bisschen?"

E-Mail-Interview: Jan Oberländer und Anne Peter

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Ohne Begleitung

von Elfriede Jelinek

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